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Tag der Freude über die Befreiung und ein Tag des Gedenkens, nach fast 70 Jahren ist Heldenplatz als Mhnmal

Am 8. Mai vor 68 Jahren kapitulierte Hitler-Deutschland. Dieser Tag ist seit Jahren ein problematisches Datum: Jahr für Jahr marschieren auf dem Wiener Heldenplatz Burschenschafter auf, um gefallenen Soldaten zu gedenken – auch unter Beteiligung ranghoher FPÖ-Politiker. Diesem umstrittenen „Totengedenken“ wurde nun ein Ende gesetzt. Zusammen mit den Wiener Symphonikern, die ein kostenloses Konzert spielten, wurde am 8. Mai nun ein „Fest der Freude“ zelebriert.

 
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER Für „einschlägige Gruppen“, die diesen Tag zur „Niederlage“ umzudeuten versuchten, sei nun kein Platz mehr, „schon gar nicht am Heldenplatz“, so Verteidigungsminister Gerald Klug. Morgens fand eine Mahnwache statt –  zum ersten Mal, um das umstrittene „Totengedenken“ zu verhindern. „Wo Burschenschafter in den vergangen Jahren die Niederlage betrauert haben, wird das Bundesheer der Opfer gedenken.“ Das Heer als Institution der Republik sei den Werten der Demokratie verpflichtet und bringe das an diesem Tag zum Ausdruck.

Mahnwache künftig jedes Jahr
Klug kann sich vorstellen, die Mahnwache künftig jedes Jahr zu entsenden. „Meines Erachtens spricht nichts dagegen, dass das zu einer Dauereinrichtung wird“, sagte er am Dienstag in einer Pressekonferenz.

„Der Tag wurde in den vergangenen Jahren widersprüchlich gedeutet“, bezog sich Klug auf das jährliche Treffen schlagender Verbindungen, das auch immer Gegendemonstrationen provoziert hatte. „Der 8. Mai wird immer gleichermaßen ein Tag der Freude über die Befreiung und ein Tag des Gedenkens sein“, will der Minister nun keiner „anderen Interpretation“ mehr Platz geben. Das „Fest der Freude“ mit den Wiener Symphonikern am Abend sei daher „ein wichtiges Symbol“.

Großes Lob erntet Klug für diesen neuen Akzent in der heimischen Gedenkkultur vom Zeithistoriker Oliver Rathkolb von der Universität Wien: Rathkolb hält den Schritt für eine „ausgezeichnete Idee, die vielleicht dazu beiträgt, eine intensivere, kritischere Traditionspflege beim Bundesheer zu verankern“. Ihm komme eine „ganz wichtige Symbolik“ bei.

„Die Stunde Null für Europa“
 
Ari Rath – Foto: APA/BKA/ANDY WENZEL Diese Gedanken hat auch die Regierungsspitze beim Festakt betont: Allein die EU ist für die Regierungsspitze eine Absicherung gegen ein Regime wie jenem des Nationalsozialismus, so Bundeskanzler Faymann und  Vizekanzler Spindelegger. Unterstrichen wurde nicht nur, dass es sich um einen Freudentag handle, auch die Mitverantwortung für Naziverbrechen sowie der Widerstand wurden unterstrichen.

„Das Schreckensregime des Nationalsozialismus war mit diesem Tag endgültig vorbei“, erinnerte Faymann zu Beginn seiner Rede an die Bedeutung des 8. Mai, der ein „Tag der Befreiung und nicht der Niederlage“ sei. Und: „Es gab auch in unserem Land begeisterte Mittäter“, machte der Kanzler deutlich, für eine nicht kleine Zahl sei „das Bekenntnis gegen Faschismus und politische Gewalt kein Lippenbekenntnis“ gewesen, ehrte er auch die Widerstandskämpfer. Der 8. Mai markiere allerdings auch „die Stunde Null für Europa“, so Faymann, die europäische Einheit sei zudem die „einzige Antwort“ auf ein Regime wie jenes des Nationalsozialismus.

Auch Spindelegger legte den Fokus seiner Rede auf den europäischen Gedanken und zur „Wertegemeinschaft“ der EU: „Europa beste Garantie, dass sich das nie mehr wiederholen kann.“ Zudem sei der Erweiterungsprozess noch nicht abgeschlossen, auch in Osteuropa könne die Gemeinschaft mehr Stabilität bringen. „Das europäische Sozialmodell ist einzigartig auf dieser Welt“, meinte der Vizekanzler, es liege in der Verantwortung der nächsten Generationen, den europäischen Gedanken – trotz aller Krisen – weiterzudenken. Auch Spindelegger gedachte der Millionen Opfer des Nationalsozialismus und würdigte den Widerstand.

Lob für Mahnwache
Neben einem kurzen geschichtlichen Abriss rund um den Tag des Kriegsendes würdigte Ari Rath, langjähriger Chefredakteur und Herausgeber der Jerusalem Post, nicht nur die „wunderbaren Worte“ der Regierungsspitze, sondern auch die erstmalige Einrichtung einer Mahnwache vor der Krypta am Heldenplatz durch Verteidigungsminister Gerald Klug. Dies sei die „klare Antwort“ auf das seit Jahren umstrittene „Totengedenken“ von Burschenschaftern an diesem Ort.

Der Verteidigungsminister selbst war vor dem Festakt im Bundeskanzleramt vor der Krypta am Heldentor persönlich erschienen. Auf die Frage, wie er nun mit dem Lob der Burschenschafter für seine Initiative umgehe, antwortete er gegenüber der APA eher allgemein. Es sei jedenfalls positiv zu werten, wenn eine Veranstaltung breite Schichten in der Bevölkerung anspreche.

Freiheitliche nahmen nicht teil
Die erstmals von der Republik ausgerichteten Veranstaltungen kamen ohne freiheitliche Prominenz aus: Sowohl der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf als auch Bundesparteichef Heinz-Christian Strache waren laut Auskunft ihrer Sprecher verhindert. Die Burschenschafter, deren umstrittenes Totengedenken mit der Mahnwache verhindert werden sollte, wollen nun „stille Teilnehmer“ sein.

 
Die Symphoniker – Foto: APA/GEORG HOCHMUTH Graf, der über Jahre prominenter Gast des „Totengedenkens“ war, weile derzeit mit einer FPÖ-Delegation in China, hieß es aus dessen Büro. Strache, der bereits in den vergangenen Jahren – wohl aufgrund der Aufregung um die Veranstaltung – ferngeblieben war, könne ebenso weder bei der Mahnwache noch beim „Fest der Freude“ auf dem Heldenplatz dabei sein.

Fern blieben auch die Mitglieder des Wiener Korporationsringes: Sie hatten auf demonstratives Erscheinen verzichtet. Laut Polizei gab es keine Zwischenfälle. Rund 4.000 Besucher hatten sich zum Konzert der Wiener Symphoniker auf dem Heldenplatz eingefunden.

übernomen von Kurier.at

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Mirel Tomas

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